Und das Biest

Ich höre da eine Stimme in mir.
Eine Stimme, die in Farben spricht.
Jahrelang haben wir uns ausgetauscht.
Ich wollte antworten und wir haben aneinander vorbeigeredet.
Dann haben wir ein halbes Jahr gar nicht miteinander gesprochen.
Und wie ich gelitten habe!
Jeden Tag aufs Neue hat sie gerufen, bis ich sie nicht mehr ignorieren konnte. Die Stimme der Malerei.

Ich habe drei Monate, von September bis Dezember 2024, auf dem Cyprus College of Art verbracht, um mich dieser Stimme erneut hinzugeben. Eine Künstlerresidenz, mit fünfundfünfzig Jahren Geschichte.

Ein Ort, geschaffen von Künstlern für Künstler. Ein Ort fernab meines Alltags. Fernab von allem, was für mich Normalität bedeutet.

Ich wusste, ich muss mich abkapseln, mich isolieren. Weil es das einzige war, das der offenen Frage gerecht werden würde. Weil ich mir, ganz egal, welche Antwort ich in diesen drei Monaten erhalten sollte, der Größe der Malerei bewusst war.

Ich bin das Risiko eingegangen, ein „Nein“ als Antwort zu erhalten.
Und von welcher Bedeutung ist nur dieses Risiko heute für mich!
Ich habe das unfehlbarste, deutlichste „Ja“ erhalten, das ich bekommen konnte.

Zypern Retrospektive